Die ALKENA Philosophie
Die ALKENA GmbH produziert und vertreibt seit 1978 Naturtextilien mit dem Schwerpunkt Seide. Von Anfang an gehörte eine sozial und ökologisch nachhaltige Produktionsweise zur Firmenphilosophie.
Das SABA Projekt
Um die hohen Qualitätsansprüche und die Herstellung des Rohmaterials nach unseren ökologischen Grundsätzen zu realisieren, wurde ein Joint Venture Projekt in Chengdu, der Hauptstadt der Sichuan Provinz in China, gegründet. Sämtliche ALKENA Produkte werden seit diesem Zeitpunkt dort hergestellt.
Zielsetzung des SABA Projektes ist, wieder gute Seiden-Qualitäten verfügbar zu machen und sowohl Anbauer als auch Behörden auf neue Wege zu bringen.

Das Projektgebiet liegt nahe der Kreisstadt Jiangyou im Hügelland der Ostausläufer des Himalayagebirges um ca. 500 Meter über NN.
Die Berggipfel erreichen dort über 4000 Meter Höhe und in den Bambuswäldern leben die Pandabären.
Das Projekt umfasst ca. 200 ha mit einer Jahresproduktion von rund 30.000 kg Cocons. Dazu werden ca. 900.000 kg Maulbeerblätter benötigt.
Das Rohmaterial
Wie bei allen Naturfasern ist auch bei Seide die Qualität des Rohmaterials entscheidend für die Qualität des Endproduktes. Das Rohmaterial für Seide ist der Seidencocon. Verschiedene Arten von Raupen produzieren unterschiedliche Seidenqualitäten.
An erster Stelle steht die Maulbeerseide. Hergestellt von dem sogenannten Maulbeerseiden - Spinner (Bombix Mori), welcher die qualitativ beste Seide produziert. Der Name kommt von der Futterpflanze, dem Maulbeerbaum, dessen Blätter die einzige Nahrung für die Raupen darstellen.

Über 6 kg frische Cocons werden für 1 kg Filament-Seide benötigt.
Filament ist Seide, die direkt vom Cocon abgehaspelt wird.
475 Seidenraupen erzeugen 1kg frische Cocons und benötigen dafür 30 kg Maulbeerblätter.
Die Seidenraupe
Sie frisst und frisst, fast ununterbrochen ca. 30 Tage lang. Vier mal macht sie einen Tag Pause, während dem sie sich häutet. Ungefähr während 5 Tagen spinnt sie ihren Cocon und verbraucht dabei einen grossen Teil ihrer Körpermasse. Dann beginnt die Puppenruhe und nach ca. 10 - 15 Tagen schlüpft der Falter aus, sucht sich einen Partner und legt zwischen 300 und 500 Eier. Anschliessend beginnt der Kreislauf wieder von vorne.
Daß zwischen dem, was die Seidenraupe frisst und der Qualität des Fadens ein intimer Zusammenhang besteht, ist einleuchtend.
Die Seidenraupen bestehen sozusagen aus umgewandelten Maulbeerblättern und wenn sie nur die allerbeste Qualität an Blättern bekommen, dann hat dies eine unmittelbare Auswirkung auf das Endprodukt.
Das Futter
Die Maulbeersträucher gedeihen auf weniger produktivem Land. Sie werden als Büsche gezogen, ähnlich wie Kopfweiden ohne Stammbildung. Die Triebe, bis 15 an der Zahl, wachsen über 2 Meter hoch und viermal pro Jahr werden alle Blätter abgepflückt. Damit füttert man vom Mai bis September die Seidenraupen.

Auf dem SABA Projekt wurden bis jetzt ca. 600.000 Maulbeerbäume gepflanzt. Dazu noch hunderte von Obstbäumen und ca. 5.000 andere Bäume als Nistplätze für Vögel, zur Beschattung und als Windschutz.
Es war von Anfang an klar, daß eine solche Monokultur nur mit biologisch - dynamischen Anbaumethoden ein gesundes Gleichgewicht erhält.
Der Unterschied
Die Frage, mit welcher wir am häufigsten konfrontiert werden, lautet: "Was ist der Unterschied zwischen organic und konventioneller Seide?"
1. Je besser die Qualität der Nahrung desto besser die Qualität der Seide.
Der größte Unterschied liegt in der Nahrung für die Raupen. Die Raupen verwandeln Maulbeerblätter in Körpersubstanz aus der sie anschliessend wiederum den Cocon bilden. Durch den biologisch dynamischen Anbau erhalten unsere Raupen ein qualitativ hochwertiges Futter ohne jegliche schädliche Belastung.
2. Biologisch dynamischer Landbau verbessert die Lebensbedingungen nachhaltig.
Die biologisch dynamische Anbaumethode führt zu einer Verbesserung der Umweltbedingungen und dadurch zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen ganz allgemein. Es wird auch mehr Handarbeit benötigt, was sich bei der hohen Arbeitslosigkeit unter der chinesischen Landbevölkerung positiv auswirkt.
Die zertifiziert biologische Seide aus unserem Projekt entspricht dem höchsten Qualitätsniveau. Dies führt zu Nachahmung, sobald erkennbar wird, daß dies auch ökonomische Vorteile bietet. Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt, bis diese Erkenntnis auch beim Anbau der Nahrungsmittel greift.
3. Mit biologisch dynamischem Landbau verbessern sich auch die ökonomischen Verhältnisse.
Durch die gute Coconqualität können nicht nur höhere Erträge erzielt werde, der biologische Landbau geht auch Hand in Hand mit fairem Handel. Der sorgsame Umgang mit der Umwelt stellt den Menschen in den Mittelpunkt und führt auch zu einem sorgsamen Umgang mit den Handelspartner. Feste Preise und Abnahmeverträge verhindern, daß die Landbevölkerung durch künstlich manipulierte Preise übervorteilt wird.
